Inhaltsverzeichnis:
- Michael Koch warnt vor Überfüllung
- Deutsche Bahn setzt auf ICE-1 ab 2026
- Halte in Riesa werden gestrichen
- Kritik aus Meißen und Riesa
Michael Koch warnt vor Überfüllung
Seit Mitte Juni fehlen die Züge der Baureihe 415. Dadurch sank die Zahl der Sitzplätze von ursprünglich 626 auf nur noch 376. Das entspricht einem Minus von rund 40 Prozent. Die Folge ist eine massive Überlastung.
Michael Koch vom Fahrgastverband PRO BAHN bezeichnet die Lage als katastrophal. Er fordert sofortige Maßnahmen. „Wir nehmen verstärkt eine Überfüllung wahr“, erklärt er und verlangt eine schnelle Kapazitätserhöhung.
Die Deutsche Bahn gibt an, dass sie aus Wettbewerbsgründen keine Auslastungszahlen veröffentlichen werde. Dennoch sind die Folgen für die Reisenden seit Monaten spürbar.
Deutsche Bahn setzt auf ICE-1 ab 2026
Laut einem aktuellen Plan will die Bahn ab Oktober 2026 größere Fahrzeuge einsetzen. Geplant ist der Einsatz von ICE-1 mit rund 500 Sitzplätzen. Bis dahin müssen Fahrgäste mit den bestehenden Einschränkungen leben.
Eine Sprecherin der Bahn begründet die derzeitigen Buchungssperren mit Bauarbeiten auf der Anhalter Bahn zwischen Bitterfeld und Berlin. Dass Probleme bereits vorher bestanden, bleibt in der Stellungnahme unberücksichtigt.
Die Situation verschärft sich dadurch, dass stark nachgefragte Verbindungen seit Monaten nur noch in Einzeltraktion verkehren. Reisende haben somit deutlich weniger Möglichkeiten, einen Sitzplatz zu bekommen.
Halte in Riesa werden gestrichen
Zusätzlich sorgt ein weiterer Beschluss für Kritik. Ab dem Fahrplanwechsel werden mehrere ICE nicht mehr in Riesa halten. Nur noch Verbindungen am Morgen und Abend bedienen den Bahnhof.
Die Bahn verweist auf notwendige Anpassungen der Wendezeiten in Dresden und auf Umsteigeverbindungen in Leipzig. Laut Unternehmen sollen viele Fahrgäste durch das neue Konzept profitieren.
Anders sieht es PRO-BAHN-Vertreter Koch. Er befürchtet, dass Riesa langfristig komplett vom Fernverkehr abgehängt wird. Auch aus der Region kommen deutliche Proteste.
Kritik aus Meißen und Riesa
Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO), kritisiert die Änderungen scharf. Er erwartet eine weitere Verschlechterung auf der Linie RE50 (Saxonia-Express), die schon heute oft überfüllt ist.
Auch Politiker äußern sich besorgt. Ralf Hänsel, Landrat des Landkreises Meißen, spricht von einem schmerzhaften Einschnitt für die Region. Riesas Oberbürgermeister Marco Müller zeigt sich ebenfalls enttäuscht.
Die Stadt habe ihren Bahnhof zu einem Knotenpunkt für Bahn, Bus und P+R ausgebaut. Nun sieht man dieses Engagement durch die Entscheidung der Bahn untergraben.
Quelle: TAG24, www.patizonet.com/de