Inhaltsverzeichnis:
- Hamlet und Hamletmaschine in Radebeul und Meißen
- Fast Forward Festival in Dresden zeigt Europas Theaterzukunft
- Carmen und Bolero im Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen
- Operette Ta bouche im Theater Görlitz
- Klassenbeste nach Marlen Hobrack in Dresden
- Figurentheater Eisler – Lost in Hollywood
Hamlet und Hamletmaschine in Radebeul und Meißen
Die Landesbühnen Sachsen widmen sich in diesem Herbst Shakespeares Tragödie „Hamlet“ sowie Heiner Müllers „Hamletmaschine“. Regisseur Manuel Schöbel vertraut in seiner Version ganz auf den Originaltext und lässt das Ensemble tief in die Rollen eintauchen. Die Bühne zeigt starke Kontraste in Schwarz, Weiß und Rot.
Kritikerin Friederike Partzsch beschreibt in den „Dresdner Neuesten Nachrichten“: „Der Abend verweigert jede platte Aktualisierung, und doch liegt seine Gegenwart offen zutage.“
Das zweite Stück, „Hamletmaschine“, inszeniert von Jan Meyer in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Kunst- und Kulturverein farbwerk, führt das Publikum durch verschiedene Stationen im Theaterhaus. Zuschauer wandern buchstäblich durch die Trümmer der Handlung und erleben Zweifel an Wahrheit und Wirklichkeit.
- Hamlet – Theater Meißen, Theaterplatz 15, 01662 Meißen
Dauer: 195 Minuten, eine Pause
Termine: 1., 2. und 21. November - Hamletmaschine – Studiobühne Radebeul, Meißner Straße 152, 01445 Radebeul
Dauer: 75 Minuten, eine Pause
Termine: 1., 2. und 21. November
Mehr zur kulturellen Vielfalt in der Region finden Sie hier.
Fast Forward Festival in Dresden zeigt Europas Theaterzukunft
Das Staatsschauspiel Dresden lädt vom 13. bis 16. November 2025 zum Festival „Fast Forward“ ein. Junge Künstlerinnen und Künstler aus ganz Europa zeigen neue Perspektiven auf die Bühne.
- Jacopo Giacomoni stellt die großen Tragödien der Theatergeschichte in einer ungewöhnlichen Ranking-Show gegenüber.
- Pauli Patinen untersucht in „Steal the Performance“ das Verhältnis von Hommage und Kopie.
- Merle Zulawski setzt in „Michael Kohlhaas“ die Liebe zum Pferd ins Zentrum.
Das Tanzstück „Unruhe“ von Nolwenn Peterschmitt blickt auf die Geschichte des Veitstanzes, während Živa Bizovičar das Foto „Romeo und Julia von Sarajevo“ zum Ausgangspunkt einer Recherche macht.
Francesco Alberici bringt schließlich ein Stück über zwei Brüder, Arbeitswelt und Theater auf die Bühne. Das Festival verspricht vier Tage voller Experimente, Emotionen und Austausch.
Weitere Eindrücke aus der Kulturszene Dresdens gibt es mehr hier.
Carmen und Bolero im Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen
Zum 150. Todestag von Georges Bizet inszeniert Natalie Wagner das Tanztheater „Carmen – Bolero“. Die berühmten Melodien von Bizet und Ravel bilden den Rahmen für eine Choreografie voller Energie und Gefühl.
Rico Stehfest von „tanznetz“ lobt die Inszenierung für ihr sensibles Spiel mit traditionellen Bildern. Rote Kleider, Flamenco-Rüschen und leidenschaftliche Bewegungen prägen das Geschehen. Die Handlung wird nur angedeutet, doch die Emotionen sind deutlich spürbar.
Im zweiten Teil verschmilzt das Ensemble zu einer Masse, die sich im Rhythmus von Ravels „Bolero“ synchron bewegt.
- Adresse: Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Seminarstraße 12, 02625 Bautzen
- Dauer: 90 Minuten, eine Pause
- Termin: 20. November, 19:30 Uhr
Wer den musikalischen Herbst in Sachsen genießen möchte, findet hier weitere Informationen.
Operette Ta bouche im Theater Görlitz
Die Operette „Ta bouche“ von Maurice Yvain, Yves Mirande und Albert Willemetz war nach ihrer Uraufführung 1922 ein Sensationserfolg in Paris. Die Görlitzer Inszenierung bringt den spritzigen Humor der 1920er Jahre zurück auf die Bühne.
Die Geschichte handelt von einer Gräfin und Monsieur Pas du Vis, die sich dem Luxus hingeben, bis Geldprobleme auftauchen. Ihre Kinder sollen durch reiche Ehen helfen, doch sie verlieben sich ineinander. Es folgen zahlreiche Verwicklungen, Scheidungen und überraschende Wendungen.
Die Musik Yvains sorgt mit eingängigen Melodien für ein charmantes Operettenerlebnis.
- Adresse: Theater Görlitz, Demianiplatz 2, 02826 Görlitz
- Dauer: 140 Minuten, eine Pause
- Termin: 22. November, 19:30 Uhr
Klassenbeste nach Marlen Hobrack in Dresden
Die Autorin und Soziologin Marlen Hobrack inspirierte Regisseurin Christiane Lehmann zu einem bewegenden Theaterabend. Ihr Essay „Klassenbeste“ untersucht, wie Herkunft das Leben prägt.
In der Dresdner Bürgerbühne erzählen Mütter und Töchter in einer 75-minütigen Aufführung ihre persönlichen Geschichten. Das Stück kombiniert Videointerviews und Liveaktionen und zeigt, wie stark soziale Herkunft noch immer wirkt.
- Spielort: Kleines Haus, Glacisstraße 28, 01099 Dresden
- Dauer: 75 Minuten, keine Pause
- Termine: 20. und 27. November, jeweils 20 Uhr
Diese Aufführung knüpft an den kulturellen Diskurs in Dresden an, über den auch hier berichtet wird.
Figurentheater Eisler – Lost in Hollywood
Die Compagnie Freaks und Fremde widmet sich im Societätstheater dem Leben von Hanns Eisler, einem der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Eislers Emigration in die USA und sein Gefühl der Entwurzelung stehen im Mittelpunkt der Aufführung.
Kleine Puppen von Eisler und Brecht sitzen in einer rauchgeschwängerten Szene, während historische Filmaufnahmen über die Bühne flimmern. Sabine Köhler und Heiki Ikkola interpretieren Eislers Lieder eindrucksvoll und schaffen ein intensives Klangbild.
Kritiker Vincent Koch hebt hervor, dass „komplexe Lieder, Texte und Videos besondere Welten entstehen lassen, die Eislers Lost-Sein verdeutlichen“.
- Adresse: Societätstheater, An der Dreikönigskirche 1a, 01097 Dresden
- Dauer: 80 Minuten, keine Pause
- Termine: 8. November, 20 Uhr und 9. November, 18 Uhr
Zusammenfassung der Theaterhighlights im November
| Stadt | Stück / Festival | Datum(e) | Ort / Adresse |
|---|---|---|---|
| Dresden | Fast Forward Festival | 13.–16. November | Staatsschauspiel Dresden |
| Radebeul | Hamletmaschine | 1., 2., 21. Nov. | Studiobühne, Meißner Straße 152 |
| Meißen | Hamlet | 1., 2., 21. Nov. | Theater Meißen, Theaterplatz 15 |
| Bautzen | Carmen – Bolero | 20. November | Deutsch-Sorbisches Volkstheater |
| Görlitz | Ta bouche | 22. November | Theater Görlitz, Demianiplatz 2 |
| Dresden | Klassenbeste | 20., 27. November | Kleines Haus, Glacisstraße 28 |
| Dresden | Eisler – Lost in Hollywood | 8., 9. November | Societätstheater, Dreikönigskirche 1a |
Der November zeigt, wie vielfältig Sachsens Theaterlandschaft ist. Zwischen klassischen Texten, Tanz, Operette und Figurentheater erleben die Besucher eine beeindruckende Bandbreite an Formen und Emotionen.
Quelle: mdr, www.on-the-top.net/de/