Inhaltsverzeichnis:
- Radgarage an der Staatskanzlei Dresden
- Hohe Zusatzkosten durch Sicherheits- und Architekturvorgaben
- Kritik an Sachsens Bauprojekten
- Kürzungen bei der Radverkehrsförderung
Radgarage an der Staatskanzlei Dresden
Im Mai eröffnete die Staatsregierung den Neubau. Die Anlage bietet 80 Stellplätze, darunter 3 für Lastenräder. Zugang haben Mitarbeiter des Regierungsviertels mit ihrem Dienstchip. Die Bauzeit betrug rund ein Jahr, die Kosten summieren sich auf 1,3 Millionen Euro.
- Bauzeit: 12 Monate
- Stellplätze: 80 (davon 3 für Lastenräder)
- Gesamtkosten: 1,3 Millionen Euro
Nach Angaben der Staatsregierung sind die hohen Ausgaben auf das Sicherheitskonzept zurückzuführen. Die Bauweise dient als Anprallschutz für Lkw.
Hohe Zusatzkosten durch Sicherheits- und Architekturvorgaben
Die Konstruktion musste besondere Anforderungen erfüllen. Sie schützt das Gebäude vor möglichen Angriffen von Fahrzeugen. Zudem wurde das Dach begrünt, weil es von umliegenden Gebäuden aus sichtbar ist. Die Pflege der etwa 150 Quadratmeter Dachfläche verursacht jährlich zusätzliche Kosten von mindestens 1500 Euro.
Auch diese Maßnahmen erhöhen die Gesamtkosten deutlich. Der Freistaat verweist auf die städtebauliche Bedeutung des Bauwerks.
Kritik an Sachsens Bauprojekten
Es ist nicht das erste Mal, dass die sächsische Staatsregierung wegen kostspieliger Bauvorhaben unter Druck gerät. Bereits 2023 verlieh der Bund der Steuerzahler den Negativpreis „Schleudersachse“. Genannt wurden unter anderem:
- Universitätsneubau Campus Augustplatz in Leipzig – Kostenanstieg von 52 auf 117 Millionen Euro
- Oberschule Richard-Hartmann-Platz in Chemnitz – Gesamtkosten rund 36 Millionen Euro
Diese Beispiele zeigen, dass sich Ausgaben bei öffentlichen Bauprojekten in Sachsen wiederholt stark erhöht haben.
Kürzungen bei der Radverkehrsförderung
Während der Bau des Unterstands Millionen verschlingt, sinken die Investitionen in den Radverkehr drastisch. Mit dem Doppelhaushalt 2025/26 werden die Fördermittel von 28,6 Millionen Euro auf 8,9 Millionen Euro reduziert. Das entspricht einem Rückgang von fast 70 Prozent.
- Bau von Radwegen an Staatsstraßen: Rückgang von 5 Millionen auf 1,1 Millionen Euro
- Förderung in Städten und Landkreisen: Kürzung von 8,7 Millionen auf 800.000 Euro
- Streichung der Förderung für Abstellanlagen an Bahnhöfen
- Streichung des Programms für Transportfahrräder
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Sachsen warnt vor Stillstand. Für 35 Kilometer Radwege liegt bereits Baurecht vor, doch fehlende Mittel verhindern die Umsetzung. Der Freistaat droht damit den Anschluss an andere Bundesländer zu verlieren.
Derzeit verfügen nur 15 Prozent der sächsischen Staatsstraßen über begleitende Radwege, was deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt.
Quelle: DRESDENER NEUESTE NACHRICHTEN, webrivaig.com/de