Freitag, 05 Dezember 2025 18:02

Eltern-Kind-Büro Dresden-Gruna vor dem Aus

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Eltern finden im Büro in Gruna Raum für Austausch und Entlastung. Eltern finden im Büro in Gruna Raum für Austausch und Entlastung. Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Im Stadtteil Gruna droht jungen Familien der Verlust eines wichtigen Treffpunkts. Das Eltern-Kind-Büro an der Rosenbergstraße 10 bietet seit 2020 Betreuung, Entlastung und Austausch – doch zum Jahresende 2025 läuft die Finanzierung durch das Sozialamt Dresden aus. Damit steht das Projekt, das von Marianne Irmer geleitet wird, vor dem Ende.

Inhaltsverzeichnis:

Marianne Irmer und das Team in Gruna

Das Büro in Gruna wird seit fünf Jahren von Marianne Irmer betreut. Zusammen mit einem Standort in Prohlis bildet es ein Netzwerk, das Familien mit kleinen Kindern unterstützt. Zwei festangestellte Mitarbeiterinnen und mehrere Ehrenamtliche betreuen täglich bis zu fünf Elternpaare. Die Angebote richten sich vor allem an Eltern mit Kindern bis drei Jahren, ältere Geschwister sind jedoch ebenfalls willkommen.

Die Räume sind funktional eingerichtet: ein Kinderzimmer mit Spielzeug und ausziehbarer Couch, eine Küche mit Spielecke und Tauschregale für Kleidung oder Lebensmittel. In einem separaten Arbeitsraum können Eltern konzentriert arbeiten, während Freiwillige mit den Kindern spielen. Wickeln und Füttern übernehmen die Eltern selbst.

Das Projekt erinnert in seiner Struktur an andere soziale Initiativen in der Stadt, die sich für Familien einsetzen. Ähnliche familienfreundliche Aktionen finden auch bei Veranstaltungen in Ostsachsen statt, die Freizeit und Unterstützung miteinander verbinden.

Angebote für Eltern und Kinder

Neben der täglichen Betreuung bietet das Eltern-Kind-Büro regelmäßige Zusatzprogramme. Dazu gehören Näh-Treffs, Workshops zur Babyzeichensprache sowie Trageberatungen. Auch Yoga für Schwangere oder Schlechtwettertreffen werden von Eltern selbst organisiert. Alle Angebote sind kostenlos und niederschwellig zugänglich.

Ein besonderes Merkmal ist die Flexibilität: Termine werden je nach Verfügbarkeit der Ehrenamtlichen vergeben. Eltern aus Gruna und Striesen nutzen das Angebot regelmäßig, manche kommen aus weiter entfernten Stadtteilen. Die Nachfrage ist hoch, besonders bei Studierenden, Alleinerziehenden oder Eltern in Trennungsphasen.

Marianne Irmer betont: „Wir sind ein Nischenprojekt – keine feste Kinderbetreuung, kein Familienzentrum, sondern ein Dorf.“ Über die Jahre ist ein Netzwerk entstanden, das Familien in ähnlichen Lebenslagen verbindet.

Unterstützung für Familien wie bei Anja Franke und Felix Kühne

Ein Beispiel ist Anja Franke, 31, die das Büro seit Beginn nutzt. Während ihre erste Tochter noch zu klein für die Kita war, arbeitete sie dort an ihrer Online-Weiterbildung. Das Büro half ihr, Familie und Beruf zu verbinden. Jetzt, mit ihrem sieben Monate alten Sohn, wollte sie erneut starten – doch die drohende Schließung macht das unmöglich.

Auch Maschineningenieur Felix Kühne, 39, profitiert seit 2022 vom Büro. Nach Problemen bei der Kinderbetreuung reduzierte er seine Arbeitszeit und nutzte das Angebot mehrmals wöchentlich. Er konnte so seiner Arbeit nachgehen und gleichzeitig Zeit mit seinem Kind verbringen. Nun steht er vor einer schwierigen Situation, da er auf Jobsuche ist und der Raum bald verschwindet.

Solche individuellen Beispiele zeigen, wie sehr diese Projekte zum sozialen Gefüge Dresdens beitragen. Parallel entstehen in der Stadt auch neue kulturelle Initiativen wie der Konzertwinter in Dresden, die ebenfalls das Gemeinschaftsleben stärken.

Ksenia Hadlich und die Folgen der Schließung

Ksenia Hadlich, 29, lernte das Büro 2022 kennen, kurz nach der Geburt ihrer ersten Tochter. Anfangs wollte sie alles selbst schaffen, doch mit zwei Kindern nutzte sie das Angebot regelmäßig, um ihre Diplomarbeit zu schreiben. Ohne die Unterstützung hätte sie ihr Studium nicht so schnell abschließen können.

Heute gehen ihre beiden Töchter in den Kindergarten, dennoch empfindet sie die drohende Schließung als „schade bis katastrophal“. Besonders betroffen seien Familien ohne andere Möglichkeiten in der Nähe.

Solche sozialen Räume sind Teil des Dresdner Stadtlebens, das von Engagement und Zusammenhalt geprägt ist. Diese Dynamik zeigt sich auch bei städtischen Initiativen wie dem Striezelmarkt 2025 in Dresden, wo Gemeinschaft und Begegnung im Mittelpunkt stehen.

Mit dem Ende der Finanzierung verliert die Stadt nicht nur ein Unterstützungsangebot, sondern auch einen Ort, an dem Familien Alltag und Beruf miteinander verbinden konnten.

Standort auf Google Maps prüfen:

Karte: Google Maps / Standort des Objekts

Quelle: SACHSISCHE DE, MILEKCORP

FAQ

Wo befindet sich das Eltern-Kind-Büro Dresden-Gruna?

Das Eltern-Kind-Büro befindet sich an der Rosenbergstraße 10, 01277 Dresden.

Wer leitet das Eltern-Kind-Büro in Dresden-Gruna?

Das Büro wird seit 2020 von Marianne Irmer geleitet. Sie koordiniert zusammen mit Ehrenamtlichen die täglichen Angebote.

Wie lange wird das Projekt noch finanziert?

Die Finanzierung durch das Sozialamt Dresden läuft bis zum 31. Dezember 2025. Danach droht die Schließung des Büros.

Wer kann das Angebot nutzen?

Das Angebot richtet sich vor allem an Eltern mit Kindern im Alter von null bis drei Jahren. Ältere Geschwister dürfen ebenfalls teilnehmen.

Welche Aktivitäten bietet das Eltern-Kind-Büro an?

Das Büro bietet Näh-Treffs, Workshops zur Babyzeichensprache, Trageberatung sowie Treffen für Schwangere und Eltern bei schlechtem Wetter.

Ist die Nutzung des Eltern-Kind-Büros kostenlos?

Ja, alle Angebote und Betreuungsmöglichkeiten sind kostenlos und werden durch ehrenamtliches Engagement ermöglicht.

Wie viele Familien nutzen das Büro täglich?

Je nach Verfügbarkeit der Ehrenamtlichen nutzen drei bis fünf Elternpaare täglich die Räumlichkeiten.

Welche weiteren Standorte gibt es?

Neben dem Büro in Gruna gibt es einen weiteren Standort in Prohlis, der ebenfalls Teil des Projekts ist.

Warum ist das Projekt wichtig für Familien?

Das Büro bietet jungen Familien Entlastung, Austausch und Unterstützung im Alltag. Es hilft Eltern, Familie und Beruf besser zu vereinbaren.

Welche Folgen hätte eine Schließung?

Mit dem Ende der Finanzierung verlieren viele Familien einen wichtigen Begegnungs- und Entlastungsort. Auch die Projektleiterin Marianne Irmer würde ihre Stelle verlieren.