Montag, 08 September 2025 13:12

Dresdner Gericht verurteilt Hussam D. zu langer Haftstrafe

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Pfandsteigen-Betrug bringt Hussam D. ins Gefängnis Pfandsteigen-Betrug bringt Hussam D. ins Gefängnis Pixabay/Foto illustrativ

Ein aufgedeckter Betrug mit Pfandsteigen hat in Sachsen für erhebliches Aufsehen gesorgt. Der Syrer Hussam D. verursachte zwischen April und November 2024 einen Schaden von rund 700.000 Euro. Die Justiz reagierte mit einer deutlichen Strafe und der Einziehung seines Luxuswagens.

Inhaltsverzeichnis:

Hussam D. und die Pfandsteigen

Der 40-jährige Angeklagte organisierte über Monate ein System zum Handel mit Plastiksteigen aus Supermärkten. Diese Kisten dienen normalerweise als Pfandbehälter für Obst, Brot und andere Waren. Die Kontrollen im Umlauf waren nach Angaben des Richters nur unzureichend.

So konnte Hussam D. von Lastwagenfahrern ganze Anhänger mit den Behältern erwerben. Der Preis pro Stück lag bei etwa 0,90 Euro. Im Umlauf ließ er sie für über 2 Euro wieder an Märkte zurückgehen. Damit vervielfachte er seine Einnahmen.

Geschäfte trotz laufender Verfahren in Leipzig

An einem Tag, an dem Hussam D. am Landgericht Leipzig eine Bewährungsstrafe wegen Steuerhinterziehung erhielt, führte er zeitgleich weitere Pfandkisten-Geschäfte durch. Der Richter am Dresdner Gericht sprach von einem besonders schwerwiegenden Verhalten.

Die Folge war, dass das Gericht zwei getrennte Urteile fällen musste. Die Taten vor der Leipziger Verhandlung führten zu 2 Jahren Freiheitsstrafe. Für die späteren Vergehen verhängte das Gericht weitere 2,5 Jahre Haft.

Strafen und Auflagen des Gerichts

Die Gesamtstrafe muss nacheinander verbüßt werden. Eine Bewährung wurde ausdrücklich ausgeschlossen. Dennoch befindet sich Hussam D. vorerst auf freiem Fuß. Grund dafür ist eine Kaution in Höhe von 35.000 Euro, die seine Lebensgefährtin hinterlegte.

Das Gericht ordnete zusätzlich Meldepflichten an. Zweimal pro Woche muss er bei der Polizei erscheinen. Außerdem wurde sein Porsche beschlagnahmt, den er sich während der Tatzeit angeschafft hatte.

Konsequenzen des Falls

Die Ermittlungen zeigen mehrere zentrale Punkte:

  • Schäden von insgesamt fast 700.000 Euro
  • Handel mit Tausenden Pfandsteigen zu überhöhten Preisen
  • 2 getrennte Urteile wegen Überschneidung mit früherem Verfahren
  • Haftstrafe von insgesamt 4,5 Jahren ohne Bewährung
  • Kaution von 35.000 Euro für vorläufige Freilassung

Das Urteil des Landgerichts Dresden markiert damit das Ende einer Betrugsserie, die durch lax kontrollierte Pfandsysteme erst möglich geworden war.

Quelle: TAG24, www.24edu.info/de